Blog – Stockcar und Ovalracing

Stockcar und Ovalracing – warum es so faszinierend ist

Mein ganzes Leben habe ich mich für Motorsport interessiert aber erst ziemlich spät kam die Faszination Stockcar und Ovalracing hinzu. Es fing für mich ganz banal an. Mein Freund Fred schenkte mir im Dezember 2022 ein Automodell – einen 73er NASCAR Dodge Charger mit der Nummer 43 von Richard Petty im Maßstab 1:16. Mit dem Modell auf dem Sideboard vor meinem Schreibtisch – wo es auch heute noch steht – hat alles begonnen. Aus einem Modell wurde im Laufe der Zeit eine ganze Sammlung und es reifte auch der Wunsch, diese dicken V8 Boliden einmal live in einem Oval zu erleben.

„Corpus Delicti“ für meine Faszination „Stockcar und Ovalracing“ Dodge Charger im Maßstab 1:16 vom Hersteller MPC


Nach unzähligen Videos aus dem Netz und vielen Silberscheiben aus der NASCAR Welt bin ich dann durch Zufall darauf gestoßen, dass in Venray in den Niederlanden ein Ovalkurs existiert, auf dem auch V8 Renner durch das Oval rasen. Das war ein gutes Jahr später im Frühjahr 2024.

Whelen – also Euro NASCAR war angesagt. So pilgerte ich erstmals im Juni 2022 nach Venray zum Raceway. Stockcar-Rennen live ist etwas völlig Anderes als es per Video zu sehen. Wenn man es live und in Farbe erlebt, kann es Suchtfaktor haben. Im Juni 2022 war die Euro NASCAR Serie leider vorerst letztmalig auf dem Raceway in Venray zu Gast aber es gibt dort eine Alternative – die V8 Oval Serie und die macht genauso viel Spaß.

Neben den dicken V8 Boliden waren in Venray aber auch viele andere Klassen am Start, die dann im kleinen 400 Meter Oval im Innenraum für ein tosendes Spektakel sorgten.
Auf der kleinen Runde war noch mehr los als im großen Oval und es gab über das ganze Rennen so viele packende Zweikämpfe, wie man es kaum noch aus anderen Motorsport-Disziplinen kennt. Die vielen Fights sind auf das Reglement zurück zu führen, denn die Schnellen starten hinten und pflügen sich durch das Feld. Wer vorne nicht schnell genug ist, muss entweder schneller fahren oder Platz machen. Macht er beides nicht, wird er vom schnelleren Hintermann auf der Piste erlegt. Es geht schon etwas rauher zu aber man hat nie das Gefühl, dass es unfair ist – der Fahrstil ist hart aber herzlich. Das Besondere an diesem Sport ist auch, dass man als Fan noch mittendrin ist. Man kommt ins Fahrerlager und ist hautnah dabei.

Egal ob großes Oval oder das Kleine – als Zuschauer hat man eine gute Übersicht, wenn alle im Kreis die schnellen Runden drehen. Wer der Meinung ist, es sei kein echter Motorsport, wenn man einfach nur im Oval herum fährt, sollte sich diese Disziplin einmal live anschauen. Das sind wahre Könner am Steuer. Ein guter Rundstreckenpilot würde als Rookie vorne ins Rennen gehen und dann rundenweise nach hinten durchgereicht werden. Es gab in der Vergangenheit einige Motorsport-Größen, die sich vergeblich um Erfolg in den Ovalen bemüht haben. Das ist eine andere Welt und genauso herausfordernd wie eine normale Rundstrecke – nur eben anders. Zurück zur Betrachtung als Zuschauer. Man ist immer im Bilde, weil man die Rennstrecke übersehen kann. In der Mitte vom Oval ist eine große Anzeige, die den Rennstand anzeigt. Das ist hilfreich, falls man die Übersicht verlieren sollte. Die Rennen sind kurz, dafür gibt es in jeder Klasse mehrere Rennen an einem Renntag und die Rennklassen wechseln ständig. Damit ist es auch sehr kurzweilig. Das Publikum ist locker und man merkt, dass hier jeder Spaß hat. Drinnen im Oval ist Action pur und auf den Tribünen ist eine super Stimmung. Eine gute Basis für einen gelungenen Renntag, wenn man Benzin im Blut hat.

Der Jahreshöhepunkt in Venray ist übrigens der Worldcup, den ich im 2025 erstmalig besucht habe. Da war richtig viel los – es war „volles Haus“. Beim Start der Stockcar F1 gab es Gänsehaut. Nachdem die Zuschauer das Oval innen vom „walk in“ verlassen hatten, war es still. Die aufgereiten V8 Flügelmonster standen an der Startlinie. Dann das Kommando: „Gentleman start your engines“ Kurz darauf wurden über 30 Stockcar F1 V8 Monster auf einen Schlag angelassen und es bebte. Man kann es kaum mit Worten beschreiben, wie sich das anfühlt. Man muss es erlebt haben und ich kann versichern – es ist ein bleibendes Erlebnis.

Als Zuschauer war ich natürlich mit der Kamera dabei. So habe ich mein neues Foto-Metier gefunden, was man an meinem Bilderportfolio recht gut erkennen kann.

Egal ob als motorsportbegeisterter Zuschauer oder Fotograf – die Stockcar-Rennen in den Niederlanden sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Wer aus dem Ruhrgebiet kommt, ist schon fast in der Nachbarschaft zu Venray und Posterholt, wo es regelmässig Stockcar-Rennen gibt. Mein Lebensmittelpunkt in der Vukaneifeil ist etwas weiter entfernt aber das macht nix – ich fahre meilenweit für ein Stockcar-Rennen 😉

Nachfolgend noch einige Impressionen vom Worldcup in der Klasse Stockcar F1:

Die Fans sind beim „walk in“ hautnah dabei
Der Moment kurz bevor es in der Arena bebt
Rennaction pur
bis zum tosenden Finale